Flingster, auch bekannt als DirtyRoulette oder via App als Chatspin, ist eine Webcam-Seite, bei der du sofort mit fremden Männern oder Frauen verbunden werden kannst.
Während die meisten Webcam-Seiten sexuelle Inhalte sofort bestrafen und zensieren, kannst du dich hier austoben und dich frei und offen sexuell zeigen.
Doch das ist natürlich kostenpflichtig, zumindest wenn du ausschließlich Frauen sehen willst. Was kostet es? Ist es Betrug? Ist es eine Abo-Falle? Gibt es Risiken? Was sagen fremde Erfahrungsberichte und wie sieht meine persönliche Erfahrung damit aus?
Alles dazu in diesem Artikel! Am Ende gebe ich dir natürlich auch Tipps, wie du deine Sucht nach solchen Webcam-Seiten überwinden kannst und wieder die Kontrolle über dein sexuelles Verhalten zurückbekommen kannst.
Wie funktioniert Flingster
Flingster ist eine Webcam-Seite, bei der du sofort weltweit mit anderen via Videochat verbunden werden kannst. Du kannst reden oder schreiben und natürlich alles zeigen, was du willst. Das ist das, was Flingster von anderen Webcam-Seiten wie Omegle oder Ome.tv unterscheidet.
Es ähnelt dem vor Jahrzehnten bekannten Chatroulette, daher ist die Seite auch unter der zusätzlichen Domain „Dirtyroulette“ bekannt. Wie der Name schon verrät, sind hier eben auch „dirty“ mögliche Inhalte, also etwas sexuelle Inhalte. Das wird hier nicht bestraft und du kannst dich ganz offen zeigen.
Damit die Seite aber nicht komplett überlaufen mit Männern ist, müssen Männer dafür zahlen, wenn sie Frauen sehen möchten. Andernfalls wirst du mit jedem Geschlecht verbunden, sowohl Männer als auch Frauen. Was den meisten Heteromännern natürlich keinen Spaß machen wird, weil sie dann ständig nur andere Heteromänner sehen, die auf der Suche nach Frauen sind.
Wenn du als Heteroman nur eine Frau sehen willst, dann kostet dich das also etwas…
Wenn etwas funktioniert, muss man sich immer frage wieso es das tut... Bei Flingster wird ganz klar damit Geld verdient, dass Männer für den Premium-Service zahlen, um nur Frauen sehen zu können. Das war schon damals bei Chatroulette möglich, bis der Service wahrscheinlich wegen zu viel Sexualität eingestellt wurde. Flingster hat damit kein Problem und zielt sogar genau darauf ab. Hier gibt es Chats zwischen Männern und Frauen, oder Frauen und Frauen, oder Männer und Männer. Wie auch immer... Geld wird damit verdient, dass sich jemand den Premium-Service gekauft hat, damit er nur nach einem Geschlecht suchen kann, mit dem er verbunden wird. Ganz einfach.
Was kostet der Spaß?
Genaue Preise brauche ich hier nicht zu nennen, weil die Preise natürlich immer wieder variieren können. Meistens sind es allerdings etwa 15-25 € im Monat. Das Ganze kannst du jedoch auch sofort wieder kündigen, was natürlich deutlich einfacher im App Store möglich ist, wenn du eine App benutzt. Dort heißt die Seite allerdings nicht Flingster, sondern eher Chatspring oder je nachdem, wann du den Artikel liest, wieder anders.
Am Computer ist eine Kündigung auch möglich, aber meist etwas aufwendiger. Du musst bei dem Anbieter, bei dem du dich für das Abo angemeldet hast, aufwendig deine Kundennummer heraussuchen, deine Kreditkartennummer, deine E-Mail-Adresse, Telefonnummer usw. – alles Mögliche. Mit einem einfachen Klick ist das leider nicht getan.
Ich würde es also nicht als Betrug bezeichnen. Du wirst nicht abgezockt, sondern bekommst wirklich einen Premium-Service, wenn du nur mit Frauen verbunden werden möchtest. Allerdings ist es eben etwas schwieriger zu kündigen.
Wie ist die Erfahrung?
Meine persönliche Erfahrung mit Flingster beschränkt sich auf einen Testmonat. Dabei habe ich getestet, ob Frauen wirklich zu finden sind und natürlich auch, ob diese echt sind. Als jemand, der mit dem Internet aufgewachsen ist, kann ich natürlich sofort erkennen, ob etwas echt oder fake ist.
Die gute Nachricht: Es gibt kaum Fakes. Und wenn, dann sind es öffentlich abgefilmte Videos von Männern mit dem Zweithandy, einfach weil sie deine Reaktion auf den Porno haben wollen.
Die schlechte Nachricht: Es gibt nicht besonders viele Frauen. Warum dürfte klar sein… Kaum eine Frau zeigt sich gerne bei der Masturbation in aller Öffentlichkeit, ohne dafür bezahlt zu werden. Wenn es aber auch nur ein paar Euro gibt, dann ändert das alles. Dafür gibt es dann Amateur-Webcam-Plattformen wie coomeet.com, für Profis LiveStrip, Chatburbate oder natürlich OnlyFans.
Trotzdem: Nichtsdestotrotz gibt es Frauen, aber man muss dafür Geduld haben und selbst ein gutes Bild abgeben. Wenn du nicht attraktiv bist oder nichts Attraktives vorzuzeigen hast, wirst du wohl nur wenig gute Erfahrungen sammeln können. Wenn du jedoch etwas zu zeigen hast, worauf Frauen mit Staunen reagieren, dann wirst du auch Frauen finden, die gerne mit dir die Zeit verbringen. Denn Liebe gibt es hier nicht; hier zählt nur das Optische. Teilweise also etwas wie im echten Leben, wenn es keine Liebe geben würde.
Ja, die Seite funktioniert. Nein, es ist kein Betrug. Ja, du findest auch Frauen. Nein, es werden keine Hunderte sein, die gleichzeitig online sind. Ja, du wirst mit Fakes zu tun haben und immer wieder Männer finden, die sich als Frauen ausgeben, einfach weil sie auf die Reaktion neugierig sind.
Auf Trustpilot wird Flingster vor allem für die schwierige Kündigung kritisiert. Von dieser zähen Kündigung des Abos habe ich ja bereits berichtet. Für mich ist das allerdings kein direkter Minuspunkt, sondern eher typisch für Seiten mit pornografischem Hintergrund und entsprechenden Absichten. Die Anbieter machen es ihren Nutzern oft absichtlich schwer, ein Abo zu beenden, weil sie wissen, dass die wenigsten rechtlich dagegen vorgehen. Kaum jemand setzt sich vor einen Anwalt und sagt offen, dass er von einer Pornoseite nicht loskommt.
Trotzdem ist es natürlich möglich, ganz normal und sauber zu kündigen, auch wenn es etwas umständlich ist. Viel kritischer sehen wir die allgemeinen Risiken und Gefahren, die auf Webcamseiten wie Flingster lauern können.
Risiken und Gefahren
Neben meinen eigenen Erfahrungen gibt es im Netz ein paar wirklich unschöne Berichte, die zeigen, dass man auf Webcam-Portalen wie Flingster oder DirtyRoulette vorsichtig sein sollte. Einer der bekanntesten Berichte stammt aus einem Reddit-Thread, der sich damals ziemlich schnell verbreitet hat.
Ein Nutzer hatte kurz mitgemacht und wurde einmal ganz kurz mit Gesicht sichtbar. Kurz darauf bekam er plötzlich eine WhatsApp-Nachricht von einer unbekannten Nummer. Darin waren Screenshots von ihm, Screenshots seines Instagram-Profils, sogar Bilder von Freunden, Familie und seinem Arbeitsplatz. Dazu die Drohung, dass „sein Masturbationsvideo“ an alle Kontakte geschickt wird, wenn er nicht reagiert oder den Erpresser nicht „zufriedenstellt“.
Der Nutzer hatte nach eigener Aussage nichts preisgegeben. Keine Social-Media-Profile, keine Mailadresse, keine Telefonnummer. Trotzdem schickte der Erpresser ihm sehr persönliche Informationen. Der Mann war völlig verwirrt und hatte keine Erklärung, wie der Angreifer an seine Daten gekommen ist. Er vermutete irgendeine Art Gesichtserkennung oder Tracking über Social Media. Sicher war er sich aber nicht.
Das Merkwürdige: Nachdem er den Erpresser blockiert hatte, passierte – nichts. Keine Videos, keine Nachrichten an Freunde, keine weiteren Drohungen. Auch Leute in seinem Umfeld hatten nichts bekommen. Trotzdem blieb das Gefühl, dass da irgendjemand extrem viel über ihn herausgefunden hatte, obwohl er dachte, anonym zu sein.
Unter dem Beitrag meldeten sich mehrere andere Nutzer, die ähnliche Erfahrungen gemacht hatten. Manche gaben sogar zu, in Panik Geld bezahlt zu haben, weil sie Angst hatten, Videos würden wirklich an Familie, Partner oder Kollegen gehen.
Solche Berichte sind natürlich heftig, aber sie können im Grunde überall passieren. Jede Plattform, die Videoübertragungen erlaubt, kann theoretisch ausgenutzt werden – nicht unbedingt durch den Betreiber, sondern durch andere Nutzer. Wenn ein Angreifer irgendwie an die IP-Adresse kommt oder öffentlich zugängliche Daten abgleicht, kann schnell mehr entstehen, als man denkt. Das muss nicht einmal an Flingster selbst liegen. Das kann genauso gut passieren, wenn jemand geschickt genug ist oder du irgendwo im Netz leicht auffindbar bist.
Nutze für solche Seiten am besten immer neuen Zugangsdaten. Eine andere Mail, ein anderes Passwort und – wenn möglich – keine klar erkennbare Frontalaufnahme deines Gesichts. Wenn dein Gesicht ohnehin überall in Social Media auftaucht, bist du leichter identifizierbar als jemand, der online kaum Spuren hinterlässt.
Ein gewisses Risiko gehört bei solchen Plattformen immer dazu. Du bist in einer Art „öffentlichem Raum“, nur eben digital. Wenn du dich zeigst, zeigst du dich – und das kann theoretisch jeder mitschneiden. Auch wenn die meisten Leute einfach Spaß wollen, gibt es eben ein paar Ausnahmen. Und wenn du einmal Pech hast, kann daraus etwas entstehen, was du später bereust.
Wenn es dir zuviel wird...
Solche Webcam-Seiten können Spaß machen, aber sie können sich auch ganz still und heimlich in eine richtige Sucht verwandeln. Ich verstehe das sehr gut. Erst ist es nur ein bisschen Nervenkitzel, irgendwann erwischst du dich dabei, wie du schon bei der Arbeit daran denkst, wann du endlich wieder zu Hause bist, Flingster anschaltest und dich zeigen oder anderen zuschauen kannst.
Wenn du merkst, dass sich deine Gedanken fast nur noch darum drehen, dann wird es gefährlich. Wenn du ständig „nur kurz“ reinschaust, Pausen am Handy verbringst, nachts länger wach bleibst, weil noch irgendwer online sein könnte. Das betrifft nicht nur Männer. Auch als Frau kannst du da tief reinrutschen und danach süchtig werden.
Spätestens dann, wenn dein Alltag darunter leidet, solltest du ehrlich zu dir sein. Wenn du müde zur Arbeit gehst, weil du wieder zu lange online warst. Wenn du andere Dinge vernachlässigst, deine Gesundheit leidet, dein Sexleben im echten Leben einschläft, deine Beziehung Spannung verliert oder du Geld ausgibst, das du eigentlich gar nicht hast. In dem Moment hast du nicht mehr die Kontrolle über die Seite, sondern die Seite hat die Kontrolle über dich.
Notbremse...
Genau an diesem Punkt lohnt es sich, über einen echten Entzug nachzudenken. Weg von der Webcam, weg von Pornoseiten, wieder hin zu einem Leben, in dem du selbst entscheidest, was du machst. Ich habe diesen Schritt selbst hinter mir. Ich bin nicht zu hundert Prozent „geheilt“, aber ich habe gelernt, meine Sucht wieder zu kontrollieren, statt von ihr kontrolliert zu werden. Die besten Tipps, die mir dabei geholfen haben, habe ich in unserer Pornosucht-Anleitung zusammengefasst. Diese Anleitung ist genau dafür da, dir beim Ausstieg zu helfen oder die Sucht zumindest deutlich zu dämpfen.
Es geht nicht darum, nie wieder Lust zu haben oder für immer auf Sex zu verzichten. Es geht darum, dass du wieder die Wahl hast. Dass du nicht mehr automatisch zur Webcam greifst, sondern bewusst entscheidest, wann und wie du deine Sexualität lebst. Und das schaffst du mit einem klaren Plan und ehrlichem Blick auf dich selbst deutlich besser, als mit irgendeinem überteuerten Coaching, das ein Vermögen kostet und dir am Ende doch nur erzählt, was du längst weißt.
Zusammenfassung:
- Ja, Flingster funktioniert und du kannst dort mit Frauen oder Männern chatten...
- Da hier aber niemand Geld verdient, wirst du dort nicht viele Frauen antreffen...
- Viele Männer, die sich als Frauen ausgeben....
Unterm Strich funktioniert Flingster. Du kannst dich dort mit echten Menschen verbinden, quatschen, schreiben, dich zeigen oder einfach nur zusehen. Allerdings gibt es – wie auf fast allen Webcam-Seiten – deutlich mehr Männer als Frauen. Viele Heteromänner klicken sich ewig durch in der Hoffnung auf eine Frau und landen dann doch wieder nur bei anderen Männern. Manche geben sich sogar als Frau aus, was den Frust noch größer macht.
Dazu kommen ein paar Risiken, die du im Hinterkopf behalten solltest. Webcamseiten sind nie komplett anonym. Screenshots, Mitschnitte, Fakeprofile oder sogar Erpressungsversuche tauchen immer mal wieder in Erfahrungsberichten auf.
Außerdem wird Flingster auf Trustpilot oft für die schwierige Kündigung kritisiert. Kündigen ist möglich, aber eben nicht mit zwei Klicks erledigt.
Wenn du das alles weißt und dir der Nervenkitzel trotzdem Spaß macht, kannst du Flingster als Spielwiese sehen. Es bleibt aber eine Plattform, die sehr optikfixiert ist und die schnell mehr Raum einnehmen kann, als dir guttut. Genau da solltest du für dich die Grenze ziehen.
Wenn dir die Kontrolle entgleitet und du mehr Zeit auf Pornoseiten und mit Masturbation verbringst, als dir lieb ist, kannst du dir mit unserer Selbsthilfe-Anleitung selbst helfen. Statt einem teuren Online-Kurs oder irgendeinem Coaching für 100 € bekommst du bei uns die besten Tipps, mit denen auch ich meine Sucht in den Griff bekommen habe. Ich habe meine Kontrolle zurück – und du kannst das auch schaffen.
Quellen:
- Seien Sie bei Flingster/DirtyRoulette sehr vorsichtig – reddit.com
- Flingster auf TrustPilot – TrustPilot
Ich bin Jörg Keller und habe selbst viele Jahre unter der Pornosucht gelitten. Nicht nur Pornos, sondern auch Dating Apps und der ganze Alltag war voller sexueller Reize. Heute spreche ich offen darüber und teile meine Erfahrungen. In unserer Pornosucht Anleitung findest du die besten Tipps, die mir geholfen haben, wieder mehr Kontrolle über mein Verhalten zu bekommen.
Unser Selbsthilfe-Buch ist für jeden geeignet, der sein zu starkes Verlangen nach Pornografie, Masturbation oder Sex reduzieren möchte. Es ist als Softcover-Buch, E-Book oder auch als diskreter PDF-Download verfügbar.

